Über die trügerischen Verheißungen der Big Data-Hohepriester

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Heute schon orakelt? Heute schon orakelt?

In ekstatischem Rausch, auf einem Dreifuß sitzend und von Apollon inspiriert, erteilte die Priesterin Pythia in Delphi ihre scheinbar widersinnigen Orakel. Die Antworten von Pythia wurden in Versen verkündet und waren zumeist zweideutig formuliert.

Ähnlich kryptisch klingen die Verheißungen der Big Data-Hohepriester, die die Welt wieder berechenbar machen wollen und von der perfekten Vermessung des Internets träumen. Es ist das Versprechen, der anschwellenden und Datenflut des Netzes wieder Herr zu werden.

Ob Mensch, Smartphone, Tablet, Internet der Dinge, Auto oder Industriesensor: Nach Schätzungen von IBM produzieren wir täglich 2,5 Quintillionen Bytes neuer Daten – das gesamte Informationsvolumen verdoppelt sich alle zwei Jahre. Immer mehr mobile Endgeräte, 500 Millionen Tweets am Tag, ungezählte Petabyte-Berechnungen aus Windkanal-Tests der Autoindustrie: Längst gelten Daten als das neue Öl und Big Data-Systeme als digitale Bohrmaschinen zur Schaffung von Reichtum und Allwissenheit – begleitet von einer Aura aus Wahrheit, Objektivität und Genauigkeit. Daten…

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Controlling-Schamanen mit Schwimmflügelchen: Für mehr Offenheit in der Kundenkommunikation

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Wie viel Social Business steckt wirklich in Unternehmen? Wie viel Social Business steckt wirklich in Unternehmen?

Man könnte soziale Netzwerke und die Welt der Controlling-Gläubigen auch als Antipoden im Sinne von Hans Magnus Enzensberger definieren: Zufall versus Kalkül. Controller zappeln hilflos in einem Meer der Ungewissheit und verkaufen der Öffentlichkeit ihre Kontroll-Schwimmflügelchen als stabile Garanten gegen die Gefahr des Ertrinkens. Sie sind die neuzeitlichen Schamanen, Wahrsager, Magier, Sterndeuter und Priester des Kalküls – sie sind die Wegbereiter zur Rationalisierung des Glücks. Sie sind die Apologeten, die das Ende des Zufalls einleiten und sich als Klatschbasen der Statistik verdingen. Lebensmotto: Was scheren mich meine Fehlprognosen von gestern – das rechnet doch eh keine Sau nach. Ziehen wir die Wissensanmaßung der Algorithmen-Jünger ab, bleiben eben nur die Plastik-Schwimmflügel übrig. Eine magere Ausbeute. Wie groß ist da der Kosmos des Zufalls sowie das Prinzip von Versuch und Irrtum. Das ist kein Plädoyer für Beliebigkeit, sondern ein Denkanstoß für die Vorteile eines…

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Ruthless Honesty & Integrity

rmcpl

Excerpt from my forthcoming book — Solving Complex Problems through Vibration Analysis; An introduction to Non-linear Dynamics

One last thing before we move on to the next chapter. We have had a glimpse into the fundamental process of seeing a problem. We start with an open mind. Then we ask lots of questions out of curiosity, being mindful that we don’t know the answer. We intently observe. We then make intelligent guesses to come up with a hypothesis that relates all the problems in the system, interdependent as they are. Finally, we should still doubt as to whether we understood the system to sufficient depth. We simply can’t get rid of this nagging doubt till our solutions are proven effective through practical implementation. If proven, we learn. If not proven, we learn to unlearn our ignorance and set out to learn again. Either way we learn something useful.

This…

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Der Turing-Test als Glasperlenspiel @ChristophKappes @timbruysten

Differentia

In dem verlinkten Artikel heißt es:

Computerprogramm „Eugene“ besteht Turing-Test. Bei einer Veranstaltung der University of Reading hat ein Computer den berühmten Turing-Test bestanden. Er machte menschlichen Schiedsrichtern in einem Chat glaubhaft, dass er ein 13-jähriger Junge sei.

Berichtet wird, dass die Mitteilungsfähigkeit eines Computerprogramms unter bestimmten Bedingungen nicht von der eines 13 jährigen Kindes unterschieden werden kann. Folglich habe das Computerprogramm den Turing-Test bestanden. Daraus kann man berechtigterweise den Schluss ziehen, dass, wenn wenig geht, auch mehr möglich ist, sofern Fortschritt funktioniert. Und dass er nicht funktioniert, kann niemand so einfach erklären.

Entsprechend könnte dieser Bericht eine kleine Sensation sein. Künstliche Intelligenz ist von natürlicher Intelligenz nicht zu unterscheiden. Aber was heißt das schon? Jeder, der einen Nachbarn hat wie ich einen habe, weiß, dass es natürliche Intelligenz gar nicht gibt. (Und wenn du keinen Nachbarn hast wie ich, dann bestimmt einen Kollegen oder Chef, für den das selbe…

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Kooperative Webgesellschaft von Gerald Fricke @Ballkultur

schneller vortrag – wer kann folgen…

Differentia

Hinweisen möchte ich auf diesen Vortrag von Gerald Fricke über die kooperative Webgesellschaft.

Ich komme gerade nicht dazu, diesen Vortrag ausführlicher zu kommentieren. Das werde ich bald nachholen. Mindestens zeigt dieser Vortrag sehr gut, dass es sich lohnt, über eine Theorie des Webs nachzudenken.

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