Twitter oder: die Paranoia der Adresse @nilsdemetry @KlausW_Pohlmann #telenoia

Früher war mehr Entrüstung: Woher haben sie denn überhaupt meine Adresse? Woher haben sie meine Telefonnummer? Heute: Haben meine e- mail Adresse nicht? Sie steht doch überall im Internet. Und die Telefonnummer hat Facebook, damit sie mich anrufen können, wenn ein Problem auftritt und ich mich einfach per Telefonnummer ausweisen kann, gelle? .

Differentia

Was ist Twitter? Twitter ist Kommunikation über die Paranoia der Adresse. Diese Überlegung möchte ich im folgenden ausprobieren. Vielleicht kann man von dieser Überlegung ausgehend diese Dämonie der Trollerei verstehen lernen. Beginnen wir mit der folgenden fiktiven Situation, die – von psycho-pathologischen Ausnahmen abgesehen -kaum ein Mensch so einfach erleben kann.

Stell dir vor, du bist in einer Gegend unterwegs, in der du nie zuvor gewesen bist; eine Gegend, wo du keinen kennst, wo dich keiner kennt, wo du dich mit niemandem verabredet hast, wo du niemanden erwartest und wo du nicht erwartest, dass jemand dich erwartet. Auch hast du niemandem zuvor davon berichtet, wo du dich aufhalten wirst. Denke dir also, dass du irgendwo in einer dir fremden Gegend auf den Bus wartest und zum Zeitvertreib in der Gegend herumschlenderst. Du gehst links herum…

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Brotgelehrte – das Buch zum Blog ist da

Brotgelehrte

Es ist endlich geschafft: „Brotgelehrte. Andere Perspektiven für Geisteswissenschaftler“ liegt vor. Am Anfang stand die Idee, einfach Blogartikel zu Berufsperspektiven ein wenig zu redigieren und daraus ein Buch zu machen. Und dann scheiterte ich an den eigenen Ansprüchen. Irgendwie sollten die Beiträge doch mehr enthalten als der Blog. Vielleicht auch in gleicher Struktur aufgebaut sein. Und ich wollte Zahlen zu den Berufen.  FH-Studiengängen und Weiterbildungen. Letztlich hat mich die Idee, fachspezifische Kompetenzen zuordnen zu wollen, nochmal drei Monate gekostet.
Großartiges Projektmanagement, nicht wahr?

Nun also enthält der erste Band von „Brotgelehrte“ 26 Tätigkeitsprofile, gruppiert nach:

Irgendwas …
… mit Geld und Macht,
… mit Bewegung und Gesundheit,
… mit Medien,
… für Gerechtigkeit und eine bessere Welt,
… im öffentlichen Dienst.

Da stellen Sie sich bestimmt die Frage, wie Sie an dieses wohlabgehangene Werk kommen? Mit der ISBN 9783943380279 sollten Sie es im Buchhandel bestellen können. Es kostet…

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Vortrag: Vom Adressbüro zur Suchmaschine #kzu

Differentia

Hier findet man den Link zum Redemanuskript eines Vortrags, den ich am 16.09.20119 im Bamberg bei dieser Tagung gehalten habe.

Es geht in diesem Vortrag um das Thema Kommunikation zwischen Unbekannten. Anlass für die Themenwahl war, dass es in der Wissenschaft zulässig geworden ist, Maschinen und Büros zu verwechseln (1) und zu behaupten, dass es „Suchmaschinen“ seit dem frühen 17. Jahrhunderts gibt. Das stimmt natürlich nicht. Aber es kann sein, dass solche Feinheiten in der Wissenschaft keine Rolle mehr spielen.


(1) So bei Tantner, Anton: Die ersten Suchmaschinen. Adressbüros, Fragämter, Intelligenz-Comptoirs. Berlin 2014. Mir kam beim Nachdenken über diese Art des Verwechselns die Idee, ob man Dinosaurierer mit Ungeheuern verwechseln könnte um dann zu behaupten, Dinosaurierer und ihre Erforschung gibt es seit der Antike.

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Warum ‚völkisch‘ zu Recht negativ besetzt ist

Sehr gute Analyse warum völkisch gleich rassistisch ist! Analysen von Hitler Reden z.B. die er im Vogelsberg gehalten hat , die ich im Forschungsprojekt in Gießen gemacht habe zeigen, dass er von der „Volksgemeinschaft“sprach, aber er und die Zuhörer wußten ohne es aussprechen zu müssen sehr genau wer dazu und wer eben nicht dazu gehörte und erst im Völkischen Beobachter verbal attackiert und dem Programm von Mein Kampf und Rosenbergs Mythus folgend systematisch vernichtet wurde.

Christian Buggischs Blog

Ich habe ja neulich in aller Kürze Frauke Petry und die AfD für ihre Sehnsucht nach einer Renaissance des ‚Völkischen‘ kritisiert. Heute möchte ich nochmal beleuchten, was man mit ‚völkisch‘ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eigentlich gemeint hat …

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Wie die Propaganda der Neuen Rechten funktioniert

Ich werfe Kieselsteine in den Strom...

Die gegenwärtig hoch emotionalisiert geführte öffentliche Debatte um Flüchtlinge, um Menschen, die in Not zu uns kommen, nutzt die Neue Rechte, um mit Mitteln der Propaganda ihre Interessen durchzusetzen.
Weshalb es sinnvoll ist, sich die wichtigsten Regeln erfolgreicher Propaganda zu vergegenwärtigen, damit man sie entlarven kann.

  1. ständige Wiederholung falscher Behauptungen. („Wir sind überfordert“, „Das Boot ist voll“, „wir können nicht jedem helfen“). Exemplarisch die Behauptung: „Wir sind das Volk“, was keineswegs zutrifft, weil es sich bei der Neuen Rechten nur um einen geringen Teil der Bevölkerung von etwa 5-7% handelt.
  2. die unterschiedlichen Zielgruppen in der Bevölkerung werden mit unterschiedlichen Methoden angesprochen, wiederholen aber immer wieder die falschen Behauptungen.
  3. Ziel ist, das Gefühlder Massen anzusprechen. Dem dienen insbesondere Fotos, Plakate, Aufmärsche und Filme.  (in der Gegenwart multipliziert durch social media)
  4. Nicht das Argument steht im Vordergrund, sondern der Appell. Man will gar nicht mehr diskutieren, man will…

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Trolle füttern und digitale Demenz vermeiden

Differentia

Dieses Video ist die Aufzeichnung des Vortrags „Der Troll als Ordnungshüter“, den ich am 18. Mai 2015 in Bonn beim Webmontag gehalten habe.

kurze Zusammenfassung des Vortrags: bei der Internetrollerei handelt es sich um einen Schwarmüberfall von unerwünschten Meinungen, die genauso überflüssig sind wie die fortwährende Beschwerde über diese Trollerei. Dieser Überfluss steht im Zusammenhang mit der Funktion des Internets im Ganzen, das außer der Trollerei auch noch viele andere, scheinbar pathologische Phänomene hervorbringt, die genauso überflüssig sind. Das hängt damit zusammen, dass das Internet im ganzen überflüssig ist. Gerade darin besteht das innovative Potenzial des Internets, weil das Internet und seine Auswirkungen durch die „AGBs der Gesellschaft“ nicht gedeckt sind.

Das ganze Redemanuskript findet man hier. Zum selben Thema hatte ich bereits einen Vortrag bei der Webcon14 in Aachen gehalten, der allerdings etwas ausführlicher ausgefallen ist. Den Text dazu findet man hier.

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